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Geschichte

Chronik der Gemeinde Löllbach

von Philipp Pitthan

6. EIN KRIEG OHNE ENDE

Von den zahllosen Fehden der Herren, unter denen die einfachen Leute unsäglich zu leiden hatten, war schon die Rede. Dazu kamen die Leiden der großen Kriege. Besonders schlimm waren die Verwüstungen und Verheerungen des 30jährigen Krieges l618-48. Die wildgräflichen Gebiete wurden von den Spaniern unter Spinola, dann von den Schweden, dann von den kaiserlichen Kroaten, schließlich von französischen Heeren und wieder von den Spaniern überfallen und gebrandschatzt. Die ewigen Kontributionen ließen die Menschen total verarmen. Schrecklicher aber waren noch die Menschenverluste, die Quälereien bis zum Tode. Wie oft mögen die Löllbacher auf ihrem Kirchenhügel Schutz gesucht haben, oder sogar im Wehrturm? - Wie oft mögen die strohgedeckten Hütten wie Fackeln in der Nacht gebrannt haben? Wir schaudern heute noch ein gedenk solcher Greuel. Die meisten Dörfer waren nur noch von wenigen Menschen bewohnt, denn die Seuchen, die mit den Heeren eingeschleppt wurden, vor allem die Pest, rafften entsetzlich unter den Menschen. Im Oberamt Kyrburg soll nur noch ein Fünftel der Bewohner übrig geblieben sein. Viele Ortschaften waren ganz ausgestorben, oft standen nur noch Trümmer. Im ganzen Amt Kusel soll noch eine Kuh vorhanden gewesen sein. Mit Menschenkraft wurde zuerst wieder gepflügt. Auf den Feldern wuchsen Dornen. Die Kirchen waren ausgeraubt, alle Häuser zerstört. Schrecklich hausten nach Kriegsende noch lange Zeit streunende Soldaten, die keine Heimat mehr hatten oder auf neue Kriege hofften. Besonders lothringische Marodeure, Reste eines lothringischen Heeres, waren der Schrecken der Überlebenden.
Dann aber kam bald ein starker Zuzug von Mannsbildern in die Gegend zwischen Nahe und Glan. Die vielen Witwen nahmen Männer zur Ehe, die vom Krieg zurückgeblieben waren. Besonders aus Tirol wanderten damals Scharen von Männern in unsere Dörfer ein; sie sollen vielfach geschickte Handwerker gewesen sein. Viele Familien der Jetztzeit stammen von ihnen ab. Namen wie „Gehres“, „Gravius“, „Gutensohn“, „Lamneck“ u. a. sind seitdem erst in unsere Gegend gekommen. Nach dreißig Jahren begannen die Wunden des Krieges zu verheilen. Die Bevölkerung hatte wieder stark zugenommen.
Aber es kamen neue Kriege. Das ist das Entsetzlichste, was der Chronist zu melden hat! Es wäre von neuen Greueln und neuem Aderlaß in immer wiederholter Weise zu sagen.

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