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Geschichte

Chronik der Gemeinde Löllbach

von Philipp Pitthan

5. "LEUBILBACH" UND WIE ES AUSSAH

Vom Namen "Leubilbach" her lässt sich nun sehr schwer etwas über das Alter des Dorfes sagen. Wir sind zunächst auf ungewisse Deutungen angewiesen. Nach Prof. Ernst Christmann, Kaiserslautern, der sich sehr stark mit Namensforschung beschäftigt hat, sind die ,,bach"-orte in den verschiedensten Jahrhunderten entstanden. Es gibt alte aus keltischer Zeit, es gibt aber auch solche aus ganz junger Zeit. Die meisten entstanden als Tochtersiedlungen der fränkischen Heimorte im 7./8. Jahrhundert. Als die Lösböden der ersten Frankensiedlungen nicht mehr ausreichten, rodeten heiratsfähige Jungbauern - meist bachaufwärts - gutgelegene Flächen des Urwaldes. Die Siedlung erhielt oft den Namen des ersten Siedlers mit dem Anhang "bach" (wie bei den ,,heim"-orten). Z.B. Frankelbach = Bach des "Franko". Doch kann auch das Gewässer mit seiner Eigenart zum Namen des Baches zunächst beigetragen haben. Später übernahm die Siedlung einfach den Namen des Baches. (Z.B. Kaulbach "Kugel"bach, von Steinkugeln im Bachbett. Kreimbach "Krähen"bach). Die Jeckenbachorte haben ebenfalls ihren Namen vom Bach entnommen. "Jecken" hängt zusammen mit "jackern" = jagen. Für "Leubil" - es gibt in Pfälzer Gemeinden Gemarkungsnamen "Leusbil" oder "Leisbil" - hat Prof. Christmann folgende Auslegurig: ,,leusen" oder "leisen" heißt lauschen; "bil", auch "bül", heute schreibt man "auf dem Bühl", bedeutet eine Anhöhe. Stellen wir zusammen, so könnte "leubil" eine Beobachtungshöhe, eine Wachpostenhöhe bedeuten. Von dieser Höhe aber könnte das Stück des Bachlaufes im Tal den Namen bekommen haben. Und schließlich könnte eine Rodung und ihre Siedlung nach dem Bach benannt worden sein. Wenn unsere Auslegung zuträfe, dann wäre weiter zu schließen, dass Leubilbach frühestens im 7./8. Jahrhundert als kleine Ausweichsiedlung - vielleicht von Meisenheim aus - angelegt worden wäre. Das schließt Einzelhöfe aus älterer Zeit verstreut auf den umliegenden Höhen nicht aus, denn die Siedlungsformen unserer Heimat sind nachweislich sehr spät erst dorfähnlich geworden. Auch waren die Täler unseres Berglandes lange Zeit unbewohnt, oft versumpft bis ins späte Mittelalter. Erst sehr spät bildeten sich größere Talsiedlungen heraus. Bestimmt wäre Leubilbach also lange Zeit eine kleine Siedlung mit wenig Gehöften gewesen. Dem entspricht eine Aufzeichnung in einer Aufstellung des Oberamtes Kyrburg aus dem Jahre 1698. Danach hatte das Dorf damals erst "18 Hausgesäß" (Schweinschied 12, Otzweiler 2, Sien mit Höfen 15). Der heutige Dorfkern ums Schulhaus samt wenigen Gehöften jenseits der Bäche kann wohl als Alt-Löllbach angesprodien werden. Doch müsste man wohl die Dorfmühle als herrschaftliche Bannmühle dazu rechnen. Dagegen lag das sicherlich vorhandene "Hof"gut westlich des Dorfes wohl außerhalb. Dass ein Hof, vielleicht ein herrschaftlicher Gutshof vorhanden war, darauf deutet die Ortsbezeichnung "Auf dem Hof" hin.

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