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Geschichte

Chronik der Gemeinde Löllbach

von Philipp Pitthan

3. IM FRÄNKISCHEN KÖNIGSGAU

Die einrückenden Franken kamen mit Kind und Kegel, mit Pflug und Saatgut. Zunächst besiedelten sie die Tallagen mit besten Böden. Stoßweise folgten Sippe um Sippe. Alle zogen westwärts - erst kämpfend, dann aber stießen sie den Pflug in die neue Erde. Wo der Führer der "Hundertschaft" den Bann absteckte, erstanden die Hütten. Oft wurde die Siedlung nach dem Führer benannt. Fast alle ,,heim"-orte sind so zu ihrem Namen gekommen. (Bosenheim = Heim des "Boso"). So eroberten sie das ganze „Frankenreich“. Alles neue Land gehörte dem König. Er teilte das Reich in Gaue ein und bestimmte jeweils einen der Tapfersten zum Gaugrafen. Er verwaltete des Königs Gau, erhob für ihn die Abgaben, sprach Recht und führte in Kriegszeit dem König den Heerbann zu. Es gab auch Untergrafen, die in seinem Auftrag kleinere Gebiete verwalteten, die ihrerseits wieder Untergebene hatten. Auch sie wohnten auf Burgen im Lande verteilt.

Vom Hunsrück bis tief in die Pfalz hinein reichte der Nahegau. Löllbach lag mitten drin. Ab 926 wohnte der Nahegaugraf auf seiner neuerbauten ,,Kyrburg". Ab 943 war die Gaugrafenwürde erblich geworden. Das führte dazu, dass die Grafen und Untergrafen ihre Gebiete an ihre Kinder verteilten. Auch betrachteten sie das Land mehr und mehr als ihr Eigentum. Durch die Teilungen entstanden mehrere Linien von Grafengeschlechtern; bei uns die Kyrburger, die Wildburger, die Dhauner Linie. Weil ihnen der König die Aufsicht über die großen Forsten im Soonwald und in der Winterhauch übertragen hatte, nannten diese sich „Wildgrafen“. Auch das Geschlecht der Grafen von Veldenz mit der Burg an der Mosel hatte sich von dem der Gaugrafen abgespalten; dann folgten die Rauhgrafen im Alsenztal u.a. Die ehemals freien Leute aber wurden nach und nach unfrei. Dem Herren auf der Burg waren sie mit Leib und Leben, mit Hab und Gut eigen, also ,,leibeigen". Weil sich Grafen und Herren ständig gegenseitig um ihre Rechte befehdeten, litten die einfachen Leute unter Misshandlungen, Raub, Mord und Brandstiftung der Soldaten. Die hohen Abgaben für die Herren: Zehnten und Fronden raubten den verarmten Bauern alle Lebenslust.

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