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Geschichte

Chronik der Gemeinde Löllbach

von Philipp Pitthan

2. ALS DIE RÖMER KAMEN

Im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt hatten die damaligen Weltbeherrscher, die Römer, Gallien, das heutige Frankreich, als neue Kolonie ihrem Weltreich einverleibt. Als nun auch die Treverer wieder von Germanenschwärmen überfallen wurden, riefen sie den römischen Feldherrn Caesar, den Eroberer Galliens, zu Hilfe. Er schlug 58 v. Chr. die Germanen über den Rhein zurück. Aber die Sieger blieben nun auf 500 Jahre als Zwingherren der keltogermanischen Treverer im Land. Nun lag die Front der Römer gegen die zurückgeworfenen Germanen am Rhein. Aus ihrer großen Etappenstadt Trier (Treverorum) rollte der Nachschub durch unsere Heimat an die Front. Zunächst mussten aber die alten Wildpfade der Vorzeit zu festen Straßen über unsere Höhen ausgebaut werden. So entstanden die Römerstraßen. Es mögen oft stolze Kohorten der Legionäre darüber gezogen sein, auch römische Kaufmannswagen oder feine römische Damen, die dem Gatten in der fernen Kasernenstadt am Rhein nacheilten.

Seitwärts der Römerstraßen aber lagen hier und da an den Berghängen römische „villare“, stolze Herrensitze. Es waren ausgedehnte Bauernhöfe aus dem Besitz der unterworfenen Keltogermanen, die die Römer langgedienten Legionären übereignet hatten zur Sicherung ihrer weiteren Existenz! Keltisches Personal bebaute die Äcker und bediente die Herren. Wir wissen, dass bei der Medarder Kirche eine solche Römersiedlung gefunden wurde. Es gab aber bestimmt mehrere in der Umgebung. Denn außer den Römerstraßen und dem Römerdenkmal bei Schweinschied zeugen viele anderen römischen Funde von der Anwesenheit vieler Römer in unserer Gegend. Bei Löllbach, in der „Lochwiese“, fand ein Löllbacher Bauer im Jahre 1872 beim Pflügen einen sog. „Viergötterstein“, der eigentlich nur den Sockel einer hochaufragenden Säule darstellte. Er befindet sich im Wormser Museum. Auch einige römische Münzen konnten von Löllbachern sichergestellt werden.

Um 450 n.Chr. Geb. mussten die Römer ihre Heeresmacht vom Rhein ins gallische Hinterland zurückziehen. Der germanische Volksstamm der Franken bedrängte sie mit Übermacht. Zurück blieben außer der keltogermanischen Unterbevölkerung auch begüterte Römerfamilien. Aber die einrückenden Franken arrangierten sich mit ihnen, indem sie nun die Herren, die Zurückgebliebenen aber das Wirtsvolk darstellten und dienten. Später gingen Kelten wie Römer im Volkskörper der Franken auf. Und wenn wir uns heute als Nachkommen der Franken bezeichnen, so sollten wir dennoch wissen, dass auch keltisches und romanisches Blut in unseren Adern kreist.

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